Hamburg reloaded

Während sich in Dresden ein linksexkrementischer „antimilitaristischer und antinationaler“ Vorbereitungskreis mithilfe des Internets aus den Erdlöchern der Bundesfäkalhauptstadt deutscher Ideologie und dem ohnehin nicht zu eruierenden Rahmen der Ernsthaftigkeit katapultiert, halluziniert sich ein weiterer in einem Redebeitrag, welcher auf der den rechten Lifestyle euphonisch nach Polen wegpogenden Demo am 18. Oktober gehalten wurde, eine außerhalb der imaginären (Unvermögen sei Dank) „Antifa-Bewegung stehende radikale zivilgesellschaftliche Kritik am bürgerlichen Dresden-Gedenken“ herbei, mit der es einen „kritischen Dialog“ aufzunehmen gälte. Zwar verschweigt der Redebeitrag, wo jene Kritik in den letzten Jahren gewesen sein soll, doch im Führen kritischer Dialoge ist man in Deutschland eben Avantgarde. Während der Vorbereitungskreis „No Pasarán“ getreu seinem antinationalen Motto in Englisch, Tschechisch, Polnisch, Spanisch, Niederländisch und Russisch „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ und somit nicht nur die eigene Blamage, sondern überdies pathologische Rigidität proklamiert, konstatiert zweiterer immerhin einige Basisbanalitäten, welche zumindest hoffen lassen:

„Es ist deutsche Ideologie, nach der Schreckenstat Auschwitz von „Versöhnung“ zu reden. Seit dem 8. Mai 1945 wollen die Deutschen einen Schlussstrich unter das, was getan wurde, ziehen. Einen solchen Schlussstrich aber kann es nicht geben. Es ist die historische Realität selbst, die ganz nachdrücklich unversöhnlich bleibt. Und an dieser Unmöglichkeit jeder Versöhnung muss festgehalten werden.

[…]

Unter der modernisierten Oberfläche zeigt sich, dass das bürgerliche Gedenken dieselben Ressentiments und Mythen bedient – allein in anderer Verpackung. Eine Kritik am Nazi-Aufmarsch fordert die Kritik an Geschichtsrevisionismus, Opfermythos und an neuem deutschen Nationalbewusstsein. Beim bürgerlichen Gedenken dagegen handelt es sich allein um eine andere Spielart desselben deutschen Opfermythos, gleichwohl um eine perfidere. Der Kern dieses bürgerlichen Gedenkens ist der positive Bezug auf die deutsche Zivilbevölkerung, um die getrauert wird. Darin ist sich das bürgerliche Gedenken mit den Nazis einig.“

Hatten beflissene Anarchisten bereits vor einiger Zeit auf Stupidedia für Anarchos angekündigt:

„2009 wird es aber mehr klar antimilitaristische und – nationalistische Gegenaktivitäten denn je geben. Bleibt informiert!“

folgte nun auch noch die sich anschließende Reaktion eines besonders denkenden Anarchisten, welcher sowohl die erhellende Neuigkeit, dass jeder Staat rassistisch, sexistisch und diskriminieren sei, als auch die präsenile und paradoxe Auskunft, die Fahnen der Alliierten wiesen nicht daraufhin das die deutsche Bevölkerung ihre „emanzipatorische Kraft“ im Volksaufstandes lieber dafür einsetzte Juden zu vergasen, als diesen gegen die Clique einiger weniger Nationalsozialisten zu proben, postitulierte und daher deklarierte, man solle doch bitteschön kräftig mit dem Antifa-Lappen wedeln.

Im eifrigen Schlagabtausch Dresdner Überantifaschisten schloss sich ugly dresden mit einer Replik, in welcher erneut Kritik an Ralfs Text formuliert wird, an. Zwar ist die Stoßrichtung jener Kritik keinesfalls verkehrt, ihre richtige und schlussendliche Konstatierung jedoch, Ralfs Text sei nicht in den Status der Diskussionswürdigkeit zu erheben, wird bereits durch die Replik an sich, ob all des Islamismus, Pazifismus und aller Adorno-Zitate, negiert.

Die Diskussion um den 13. Februar in Dresden ödet also weiter vor sich hin. Gespannt darf man lediglich darauf sein, inwiefern der Vorbereitungskreis „No Pasarán“ – der gestern auf der Demonstration gegen das neue Hochschulgesetz in Dresden mahnte, man solle sich auf die „Gemeinsamkeiten konzentrieren“ respektive: die Israel und Alliiertenfahnen müssen weg, die Volksfront gegen Rechts muss her – sein Vorhaben einer antinationalen und antimilitaristischen Demo, im Sinne des antisemitischen Verbots der Flagge Israels und der Flaggen der Anti-Hitler-Koalition, praktisch umsetzten wird. Hamburg und Wernigerode reloaded.


1 Antwort auf “Hamburg reloaded”


  1. 1 Gesammeltes #19 « riot propaganda Pingback am 14. November 2008 um 18:50 Uhr
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