Augsburger Verhältnisse – Exkurs zu den selbsternannten „Vulgärantideutschen“

Im August 2008 veröffentlichte der Emanzipatorische Zusammenhang gemeinsam mit den Salonkommunisten Augsburg ein Papier, welches sich mit dem „ewige[n] Vorwurf der wahren und guten antideutschen Gemeinschaft gegenüber dem inneren Feind, dem partygeilen, inhaltsleeren und sinnentleertem „Vulgärantideutschen“ auseinandersetzen möchte, mit der angeblichen Intention einen „Diskurs“ über den Verfall des einst so en voguen Labels „antideutsch“ anzustoßen um den real-antigerman in uns Allen wieder zu entdecken. In Wirklichkeit jedoch ist man lediglich desperat versucht gegen den zurecht erhobenen Vorwurf der geistigen Flaute sich zu erwehren. Dabei greifen die Hilfsproletarier des in (post)antideutschen Cliquen vorherrschenden Rezitier-Jargons phrasierter Inhaltslosigkeiten, der eigenen geistigen Ohnmacht folgerichtig, auf die Selbststilisierung als Opfer eines antideutsch-antisemitischen Theorie-Rackets zurück, um den richtigen Hinweis – für welchen sie lieber dankbar sein sollten – „theoretisch nix [sic]auf dem Kasten“ zu haben, mit dem inflationären Gebrauch des Vorwurfs „struktureller Antisemitismus“ abzutun:

„Zum Begriff „vulgärantideutsch“ sollte vielleicht auch mal ausgesprochen werden, was er impliziert: Elitarismus und Identitäres Gehabe. Identitär deswegen, weil sich nun die wahre und gute Gemeinschaft der Antideutschen – strukturell antisemitisch gesprochen – gegen den inneren Feind, den/die Vulgärantideutsche/n verteidigen darf und muss. Elitär deswegen, weil er andere abwertet – und nichts anderes impliziert das Wort „vulgär“ – um sich selbst aufzuwerten.“

Man wird ja wohl noch mal sagen dürfen, was sowieso alle wissen: Wir (Vulgär)Antideutschen sind die neuen Juden und die (Anti-Vulgär)Antideutschen sind die neuen Antisemiten!

Wer das versteht, dem kann wohl selbst das Freud’sche Über-Ich nicht mehr helfen. Konsequent wird daher auch in dem sich nach deutscher Manier als Opfer konstruierenden Pamphlet geistigen und orthographischen Gewinsels eine „Kritik vulgärantideutscher Positionen“ in manischer Abstraktion zu einer „Kritik „antideutscher“ Positionen“ um die objektive Realität so einzurichten, wie jene sich für die sich in ihr Eingerichteten als verwertbar erweist. Ansonsten darf der gemeine Augsburger Electro-Party-Apostel mit linkstümlichem subkulturellen Habitus auch ruhig mal die Finger still halten und sich Anmerkungen bezüglich Referate, denen er augenscheinlich nicht beigewohnt hat, oder aber deren Referentin, welche als Vertreterin der Kommunistischen Gruppe Bochum zusammen mit einem Vertreter derselben das Referat „Zur Kritik vulgärantideutscher Positionen“ geführt hat, er wissentlich übersieht, sparen. In der Kausalität des intellektuellen Gruselkabinetts schreiben die beflissenen Nachwuchsküntzels im krudesten bewegungslinken K-Gruppen Jargon Antideutsche Kritik, die einstmals die Vereinzelung des Einzelnen simultan zu der zu übenden Kritik am bürgerlichen Subjekt vorantreiben wollte, zu einer „ursprünglich emanzipatorischen kritischen Bewegung“ um, aus welcher ein „identitäres Label, dass vielfach ohne Verstand gebraucht wird“ geworden sei: gleich so, als gäbe es ein Label das nichtidentitär und mit Verstand zu gebrauchen wäre, da es die individuelle Partikularinteressen des Einzelnen zum Nutze eines kollektiv-ideellen Logos nicht unterdrücken würde.

Spätestens an dem grotesken Abarbeiten an der Fahne Israels als begriffene praktische Fassung antideutscher Kritik wird deutlich, wie viel die Augsburger Saloncommünist_innen und Hedonist_innen von eben jener verstanden haben, so dass Pop-Antifa-Bildchen mit Davidsternen für den empirischen Verweis auf eine antideutsche Subkultur erhalten müssen, als habe sich die Israelsolidarität der Antideutscher Kritik nicht längst vom Gegenstand ihrer selbst abgespalten.

Im geistig maroden Horrorkabinett der Augsburger Puppenspieler hat die Deutsche Comedylandschaft ihren Meister gefunden.

Einen Dank geht an unsere fleißigen Helferlein aus Augsburg, für das Korrekturlesen dieser Polemik.

Anmerkung: Die entsprechenden Passagen wurden mittlerweile entfernt oder abgeändert. Da erwehren die Augsburger sich nicht der notwendigen Reflexion.


1 Antwort auf “Augsburger Verhältnisse – Exkurs zu den selbsternannten „Vulgärantideutschen“”


  1. 1 Augsburger Verhältnisse – Exkurs zu den selbsternannten „Vulgärantideutschen“ « Counterclockwise Pingback am 11. Mai 2009 um 16:20 Uhr
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